Pressemeldung: Osteoporose
Osteoporose - Knochen stärken mit gezieltem Krafttraining
Knochen stärken mit gezieltem Krafttraining
Tipps gegen den Verlust an Knochendichte
Ein falscher Schritt, ein kleiner Sturz und schon kann es passiert sein: Der poröse Knochen bricht. Was ein gesunder stabiler Knochen locker wegsteckt, bedeutet für den bereits brüchigen das Aus. Die Abnahme der Knochendichte (Osteoporose) ist ein Phänomen unseres modernen Alltags und trifft längst nicht mehr nur ältere Menschen. Stundenlanges Sitzen, schon als Kind und einseitige Belastungen schwächen Knochen und Muskeln. Wer sich nicht bewegt, erkrankt zwangsläufig an Osteoporose, sagen die Experten.
Die Diagnose traf sie wie ein Schlag: Waltraud Schuster, damals Anfang 60, ließ von ihrer Frauenärztin eine Knochendichtemessung durchführen und das Ergebnis war entmutigend. Der Verlust an Knochenstabilität war bereits deutlich mit Messdaten zu belegen. Vorausgegangen waren typische Rücken- und Gelenkschmerzen aufgrund mit einer geschädigten Wirbelsäule. Die Beschwerden kamen nicht von ungefähr. Eine jahrzehntelange Tätigkeit im Verkauf mit viel ungesundem Stehen, schwere Gartenarbeit und ein großer Haushalt forderten langsam ihren Tribut. „Nachdem ich immer öfter Schmerzen hatte und mich ausführlich über das Krankheitsbild Osteoporose informiert hatte, wurde mir klar“, so die Kandelerin, „dass ich selbst aktiv werden muss.“ Schließlich wollte sie auch im Alter mobil und fit bleiben.
Im Jahr 2004 begann Waltraud Schuster ein Schmerz reduzierendes Krafttraining unter fachmännischer physiotherapeutischer Anleitung. Sie ließ sich ein speziell auf ihre Beschwerden maßgeschneidertes Programm erstellen und findet sich seither einmal die Woche für eine Stunde in einer Kandeler Physiotherapiepraxis ein. „Es ist nicht das Alter, das die Knochen schwächt, sondern die Bewegungsarmut. Sie lässt die Muskeln verkümmern“, erläutert Thomas Gierke, Inhaber von Physio-Point in Kandel. „Knochenbildung und der Erhalt der Knochendichte findet über Muskelreize statt. Bleiben sie aus, weil man sich nicht bewegt, leidet das ganze System.“
Wegen der Schmerzen fing die Rentnerin ihr Krafttraining mit ganz wenig Gewicht an. Zehn Kilo – mehr war am Anfang nicht drin. Doch nach und nach klangen die Beschwerden ab und damit konnten auch die Gewichte angepasst werden. „Zwei Jahre nach Trainingsbeginn machte meine Ärztin wieder eine Knochendichtemessung und stellte fest, dass sich der Wert stark verbessert hatte“, erzählt Schuster. „Sie empfahl mir, unbedingt mit dem Training fortzufahren.“
Das gute Ergebnis ist unter anderem auf das Engagement der Patientin zurückzuführen. „Frau Schuster war regelmäßig im Training und auch bereit, die Gewichte nach und nach zu erhöhen“, so Physiotherapeut Gierke. „Mittlerweile sind wir je nach Gerät bei 40 bis 50 kg angelangt. Das Training mit hohen Gewichten fordert den Muskel und setzt so die notwendigen Reize für den Knochen.“ Für Waltraud Schuster hat sich einiges zum Guten verändert: „Ich kann wieder längere Strecken laufen und ohne Knieprobleme Bergwandern.“ Damit das so bleibt, absolviert sie bei Physio-Point je fünf Sätze pro Trainingsgerät (Rücken- und Bauchmuskeln, Rotation im Brustwirbelbereich etc.) mit unterschiedlichen Gewichten. Heute ist Waltraud Schuster 69 Jahre alt, komplett schmerzfrei und ihre Knochen sind stabil. Rücken- oder Gelenkschmerzen gehören der Vergangenheit an – für sie ein unbezahlbares Plus an Lebensqualität.
Welt-Osteoporosetag:
Muskeln stärken – Knochen stabilisieren
Am 20. Oktober erinnert der Welt-Osteoporosetag daran, dass Millionen Menschen unter einem Verlust an Knochendichte leiden. Osteoporose heißt wörtlich übersetzt „poröser Knochen“ und bedeutet Knochenschwund, abnehmende Knochendichte. Osteoporose ist eine Krankheit, die vor allem durch Bewegungsmangel verursacht wird. Unter dem Motto „Move it or loose it“ macht die Nationale Initiative gegen Osteoporose (NIO) am 20. Oktober darauf aufmerksam, dass nur gezieltes Muskeltraining starke Knochen aufbaut und erhält, Stürzen und Brüchen vorbeugt und die Rehabilitation nach Brüchen beschleunigt.
Außerdem weisen die Experten darauf hin, dass nicht nur Frauen jenseits der 50 von abnehmender Knochendichte betroffen sind. Osteoporose betrifft zunehmend auch Männer und beginnt heute bereits in der Kindheit. Denn das kindliche Herumtollen, das bislang ein Garant für gute Knochenbildung war, unterbleibt im modernen Alltag. Dem natürlichen Laufen, Springen, Hüpfen und Klettern steht der Stillsitzzwang in der Schule und das Sitzen vor PC und Fernseher entgegen. Der Bewegungsmangel schwächt die Knochen, was gerade bei Männern und Jugendlichen oft übersehen wird.
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